Erprobte Vorgehensweise zur Realisierung von digitalen Services

Ein Beitrag von Clemens Schäfer, it factum GmbH | | Lesedauer: ca. 4 Minuten

Bei der Realisierung von digitalen Services handelt es sich in der Regel um Projekte mit hohem Innovationsgehalt. Bei diesen geht es darum, schnell Ergebnisse zu liefern und Erfahrungen am Markt zu sammeln. featurewerk liefert dazu wertvolle Unterstützung. Doch erst die richtige Vorgehensweise sorgt dafür, dass die Vorteile auch optimal genutzt werden.

Standardisierte Vorgehensweise

In featurewerk-Projekten geht es darum, digitale Services zu realisieren, in der Regel als eigenständige Anwendung mit einer mehr oder minder starken Integration in eine bereits bestehende Anwendungslandschaft und Nutzung bestehender Services.

Beim industriellen Software Engineering laufen alle Projekte (auch Engagements genannt) nach einem festen, definierten Vorgehen ab, optimal abgestimmt auf die anderen Assets von featurewerk wie der Referenzarchitektur und den Application Blueprints.

Rahmenbedingungen abstecken: CxO-Gespräch

Zu Beginn eines Engagements zur Realisierung von digitalen Services steht ein CxO-Gespräch, also ein Kennenlernen und Austausch zwischen der Geschäftsführungs- beziehungsweise IT-Leitungsebene des Kunden und it factum. In diesem ersten Gespräch geht es darum, ein Verständnis für die Digitalisierungsstrategie und die allgemeine Positionierung des Auftraggebers zu ermitteln. Zudem wird ausgelotet, in welchem Rahmen das Digitalisierungsprojekt stattfinden soll und welche High-Level-Ziele und -Erwartungen mit dem Projekt verbunden sind.

Im Nachgang zu diesem initialen CxO Gespräch bereitet it factum den ersten vertiefenden Workshop vor. Dazu bestimmen wir gemeinsam Agenda und Rahmenbedingungen.

Umfänge und Bedürfnisse klären: Discovery-Workshop

Der Discovery-Workshop ist der Einstieg in die Umsetzung der digitalen Services. In diesem Workshop geht es darum, die Umfänge und Bedürfnisse der Lösung zu ermitteln und festzuhalten. Welche Funktionen müssen von Anfang an vorhanden sein, was kann bei einem schrittweisen Ausbau später umgesetzt werden? In welchen Rahmenbedingungen findet das Projekt statt? Welche technologischen Rahmenbedingungen gilt es zu bedenken?

Inhaltlich wird der Workshop von folgenden Elementen bestimmt:

  • der strukturierten Erfassung von Features, Wünschen und Erfolgskriterien sowie dem Sammeln von Epics
  • der Aufnahme des technologischen Umfelds, also Fragestellungen zu Technologieplattformen, Umsystemen, Integration
  • der Abstimmung des Projektteams mit dem Kunden, zum Beispiel Welche Strukturen sind vorhanden? Braucht man einen Proxy-Product-Owner? et cetera

Gesteuert wird der gesamte Discovery-Workshop von der featurewerk Preflight-Liste: einem Checklisten-Verfahren, das sicherstellt, dass alle für den Projekterfolg wesentlichen Punkte berücksichtigt werden. Ziel ist, nach dem Discovery-Workshop die Projektdurchführung starten zu können, also den Application Blueprint auswählen zu können und das Blueprint-Sizing durchführen zu können.

Je nach Digitalisierungsprojekt ist für den Discovery-Workshop ein Umfang von ein bis drei Tagen sinnvoll.

Im Nachgang zum Workshop werden dann eventuell noch offene Punkte geklärt und die Planung für den nächsten Schritt durchgeführt.

Pilot-Phase und Minimum Viable Product

In der eigentlichen Umsetzung streben wir zunächst im Rahmen einer Pilot-Phase ein Minimum Viable Product (MVP) an. Dabei geht es darum, einen ersten Wurf der angestrebten Lösung mit einem minimalen, aber sinnvoll nutzbaren Featureset zu bauen. Mit diesem kann von der Anwender-Zielgruppe der digitalen Services wertvolles Feedback für die weitere Entwicklung gesammelt werden.

Nach dem MVP-Kickoff mit dem Entwicklerteam setzen wir vollautomatisch die featurewerk-Projektinfrastruktur auf. Durch die industrielle Vorgehensweise ist das Team damit sofort einsetzbar und kann im ersten Sprint bereits fachliche Stories umsetzen.

Dabei erhält der Product Owner vollen Zugang zu den integrierten Plattformen, auf denen Features abgestimmt, diskutiert, dokumentiert und bewertet werden. Der Kunde ist also mit im Team dabei und ist somit optimal im Rahmen der agilen Vorgehensweise eingebunden.

Das im Rahmen der Pilotphase entstehende MVP wird dann für eine erste Nutzergruppe in Betrieb genommen und Feedback aus Einsatz des MVP erhoben. Aus diesen Erfahrungen mit MVP wird dann der nächste Schritt geplant, die Erstellung des vollständigen Produkts.

Vollausbau - Full Product

Wurde beim MVP noch auf ein initiales Feature-Set fokussiert, um schnell ein erstes Ergebnis liefern zu können und Anwenderfeedback aus dem Betrieb zu sammeln, so geht es beim Full Product darum, den kompletten Funktionsumfang zu realisieren, wie er am Anfang des Projekts skizziert wurde. Dabei wird vorher abgeprüft, ob der initial avisierte Umfang noch die gewünschte Zielmarke darstellt, da üblicherweise durch die Erfahrungen aus dem MVP sich veränderte Sichtweisen und Anforderungen ergeben.

Die Umsetzung des Full Product erfolgt agile und iterativ. Sie kann auch in mehreren Phasen erfolgen, um die Time-to-Market für bestimmte Featuresets zu verkürzen.

Betriebs- und Wartungsphase

Auch nachdem die voll ausgebaute Anwendung fertiggestellt ist bietet it factum Unterstützung an. Neben der üblichen Betreuung und funktionalen Weiterentwicklung bietet featurewerk zudem die Möglichkeit, Infrastrukturkomponenten aus den Application Blueprints in regelmäßigen Abständen zu updaten und somit die Anwendung dauerhaft technologisch aktuell und sicher zu halten.

Vorteile durch die auf featurewerk abgestimmte Vorgehensweise

Durch die auf featurewerk abgestimmten Vorgehensweise ergeben sich bei der Realisierung von digitalen Services folgende Vorteile:

  • Die schlanke und pragmatische Vorgehensweise sorgt für Effizienz und ermöglicht, dass die durch die technologische Standardisierung bewirkten Vorteile optimal zum Tragen kommen.
  • Der featurewerk-Approach bindet alle Projektbeteiligten der Kundenseite nahtlos in das Projektgeschehen ein und sorgt durch kurze Feedbackzyklen für ein maximales Alignment der realisierten digitalen Services mit den Kundenerwartungen.
  • Die Vorgehensweise ist ideal für digitale Prozessinnovationen und von vorneherein ausgerichtet an typischen inkrementellen Ausbaustufen vom MVP zum vollen Produkt.

Bild: Gajus/Fotolia